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Wiener Staatsoper

W.A. Mozart: „La Clemenza di Tito“

Adám Fischer dirigiert eine Virtuosen-Besetzung im königlichen „Dramma serio“ von W.A. Mozart

Der kurzfristige Auftrag zu einer Krönungsoper zwingt den Freigeist Mozart 1791 zum Rückgriff auf einen Stoff alter Couleur: Metastasios bereits dutzendfach auf die Opernbühne gebrachte Geschichte um den römischen Kaiser Titus diente stets zugleich der Huldigung eines Mächtigen als auch der Anmahnung eines idealen Herrschens im Sinne der Vernunft. Mozart gewinnt der überholten Gattung ein eigenes Profil ab und schafft mit seiner letzten Oper einmal mehr eine Studie über die komplizierte Mechanik menschlicher Gefühle: Gerecht und gnadenvoll rühmt man Titus. In seinem Umfeld aber sorgt dieser scheinbar Unfehlbare, der für das Gemeinwohl gleich mehrfach seine Heiratspläne ändert, für ein Gewirr aus enttäuschter Liebe, frustriertem Begehren, Eifersucht und Verrat. Als sein naher Freund und Vertrauter seiner Widersacherin verfällt und einen Brandanschlag auf den geliebten Herrscher verübt, steht alles infrage: Wer ist hier eigentlich ehrlich und welchem Gefühl kann man noch trauen? Das Intime steht an Titus‘ Hof immer schon im Licht des Politischen und der Öffentlichkeit. Und so changieren aufrichtige Gesten der Freundschaft mit vorgetäuschten Gefühlen, führt Vernunft zu Selbstverleugnung und mischt sich Kalkül und Manipulation in die Liebe.

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