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Theater Plauen-Zwickau

Frank Dupree spielt das 2. Klavierkonzert von Brahms

Brahms packendes Klavierkonzert mit dem preisgekrönten Pianisten Frank Dupree

Eigentlich hätte er seit dem Frühjahr 2020 Brahms, Bartók und Strawinsky dirigiert und Beethovens 4. Klavierkonzert vom Flügel aus geleitet – und das nur mit den Clara-Schumann-Philharmonikern: Frank Dupree, Preisträger internationaler Wettbewerbe und Play-Direct-Spezialist, wurde seine Zeit als Artist in Residence am Theater Plauen-Zwickau jäh abgebrochen. Um nicht mehr länger auf das gemeinsame Arbeiten warten zu müssen, lud GMD Leo Siberski ihn zu Aufnahmen ins Vogtlandtheater ein.

Das 2. Klavierkonzert B-Dur op. 83 von Johannes Brahms folgt dem ungeschriebenen Gesetz: Gegensätze ziehen sich an. So komplex Soloinstrument und Orchester sich im Kopfsatz ineinander verschlingen („eine Sinfonie mit obligatem Klavier“ - Eduard Hanslick), so eindeutig gibt das Klavier im tänzerischen Finale den Ton an. Brahms verpasste ihm eine folkloristische Tracht mit charakteristischen Rhythmen voller Synkopen und Akzente.

Die Entscheidung für Brahms ist kein Zufall: Die Namenspatronin der Clara-Schumann-Philharmoniker und der junge Komponist inspirierten sich zeitlebens; so gilt auch die Kantilene des Solocellos im Andante als Reminiszenz auf Clara Schumanns Klavierkonzert als sicher. Pure Akrobatik wird vom Solisten, besonders im Scherzo, verlangt, da das Klavier häufig die diversen Spieltechniken eines ganzen Orchesters imitiert, was zu vollgriffigen Sprüngen, Trillerketten und tosenden Arpeggien führt.

Für eine entbehrungsreiche Zeit in puncto Kunstgenuss scheint es jedenfalls das richtige Werk zu sein – scherzte doch schon Hugo Wolf 1884: „Wer dieses Klavierkonzert mit Appetit verschlucken konnte, darf ruhig einer Hungersnot entgegensehen.“

Foto: André Leischner

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