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Musikfest Berlin | Anna Prohaska | Nicolas Altstaedt | Francesco Corti

ENDOR

Sprachverwirrung, Einsamkeit, Verzweiflung, Tod – ein bewegendes Programm vom Barock bis zu einer Uraufführung

Berliner Festspiele

In der Mediathek verfügbar bis 15. September 2021

Die Sopranistin Anna Prohaska genießt hohes Ansehen, nicht nur ihrer großartigen Stimme wegen, sondern auch für ihre innovativen Programmzusammenstellungen. Gleichermaßen zu Hause in der Musik der Barockzeit wie in der zeitgenössischen Musik liebt sie stilübergreifende und kontrastreiche Gegenüberstellungen von Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten.

Zum Musikfest Berlin hat sie gemeinsam mit dem Cellisten Nicolas Altstaedt und dem Cembalisten Francesco Corti ein Programm erarbeitet, das sich den Themenkreisen Sprachverwirrung, Einsamkeit, Verzweiflung und Tod nähert: Der Lübecker Marienorganist Franz Tunder hat einfühlsam das Psalmlied „An Wasserflüssen Babylon“ vertont, dessen Text an die schmerzvollen Erfahrungen des Volkes Israel während des babylonischen Exils erinnert. In seinem Oratorium „Saul“ schildert Georg Friedrich Händel den dramatischen Konflikt zwischen David und Saul und lässt dabei auch die biblisch überlieferte „Hexe von Endor“ zu Wort kommen.

Im selben Kontext siedelt sich Wolfgang Rihms neueste Komposition „Gebet der Hexe von Endor“ an, die in diesem Konzert uraufgeführt wird. Hinzu kommen zwei Lieder des englischen Komponisten John Tavener auf Verse der russischen Dichterin Anna Achmatowa, deren spätes Schaffen stark vom Schrecken der Stalin-Ära geprägt war sowie expressive instrumentale Werke für Violoncello und Cembalo. Schlusspunkt des Konzerts bildet eine weitere Uraufführung: „Sister Death“ von Jörg Widmann, eine Szene aus der Oper „Babylon“, die sich mit den Grenzen der Sprache und der Sprachverwirrung auseinandersetzt.

Konzertprogramm
John Tavener (1944 – 2013)
Dante
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Franz Tunder (1614 – 1667)
An Wasserflüssen Babylon (1645)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Vincenzo Bonizzi (gest. 1630)
Pis ne me peux venir (1626)
Passeggiata für Violoncello und Cembalo

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)
Author of Peace
aus: Saul, 2. Akt HWV 53 (1738)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Alexander Tcherepnin (1899 – 1977)
Tartar Dance
aus: Songs and Dances (1953)
für Violoncello und Cembalo

Joseph-Nicolas-Pancrace Royer (1703 – 1755)
Marche des Scythes
aus: Premier livre des pièces de clavecin (1746)
für Cembalo

Zoltán Kodály (1882 – 1967)
Allegro molto vivace
aus: Sonate für Violoncello solo op. 8, 3. Satz (1915)
für Violoncello

Wolfgang Rihm (*1952)
Gebet der Hexe von Endor
aus den Materialien zum Theaterstück Saul von Botho Strauß
Kantate für Sopran und Violoncello

Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Uraufführung

John Tavener
Muza (Muse)
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Georg Friedrich Händel
Infernal Spirits
aus: Saul , 3. Akt, 2. Szene HWV 53 (1738)
für Sopran, Cello und Orgel

Marin Marais (1656 – 1728)
Le Tourbillon
aus: Suite d’Un Goût Étranger (1717)
für Violoncello und Cembalo

Luciano Berio (1925 – 2003)
Ninna Nanna
aus: Naturale (1985)
für Violoncello und Orgel

Georg Friedrich Händel
Credete al Mio Dolore
aus: Alcina, 3. Akt, 1 Szene HWV 34 (1735)
für Sopran, Violoncello und Orgel

Heinrich Scheidemann (1596 – 1663)
Pavana Lachrymae d-Moll WV 106
für Cembalo

John Tavener
Smert (Tod)
aus: Akhmatova Songs (1993)
für Sopran und Violoncello

Jörg Widmann (*1973)
Schwester Tod
Unterweltszene aus Babylon
bearbeitet für Sopran, Violoncello und Tasteninstrumente
Text von Peter Sloterdijk

Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Uraufführung

Besetzung
Anna Prohaska, Sopran
Nicolas Altstaedt, Violoncello
Francesco Corti, Orgel, Cembalo

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