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Im Garten des Hotels Sully

Mozart in Paris

Verfügbar bis 5. Oktober 2021

Orchestre de chambre de Paris, Lars Vogt
Lars Vogt (Klavier), Magali Mosnier (Querflöte), Valéria Kafelnikov (Harfe)
Seine Premiere als Dirigent des Pariser Kammerorchesters feierte Lars Vogt diesen Sommer mit dem Konzert »Mozart in Paris« unter freiem Himmel im wunderschönen Innenhof des Hôtel de Sully.

Mit seinem neunten Klavierkonzert läutete Mozart eine neue Ära ein. Der Komponist war damals voller Tatendrang und frisch verliebt in eine junge Klaviervirtuosin, die er Mademoiselle Jeunehomme nannte. Das Jeunehomme-Konzert brach damals mit allen Codes der klassischen Musik. Erstmals traten der Solist und das Orchester in einen ständigen Dialog – damit nahm das Klavierkonzert das vorweg, was Mozart im Klavierquintett in Es-Dur, KV 452, und -quartett in g-Moll, KV 478, weiter ausführen würde. Normalerweise macht das Orchester den Anfang, doch im Jeunehomme-Konzert lässt Mozart das Soloklavier bereits nach wenigen Takten inmitten der Orchesterexposition einsetzen. Das Thema wird – entgegen der damals üblichen Regeln – von Klavier und Orchester gemeinsam vorgestellt und im Anschluss ausformuliert. Statt mehrere Motive nacheinander einzuführen, variiert Mozart ein und dasselbe Leitmotiv. Auf den zweiten Satz, ein Andantino in c-Moll, folgt ein äußerst einfallsreiches Rondeau mit überraschenden Harmonien. Der Mittelteil besteht aus einem dreiteiligen Menuett, dessen Thema viermal variiert wird. Dieses greift Mozart 14 Jahre später als Leitmotiv für Monostatos in der »Zauberflöte« wieder auf. Aufgrund dieser zahlreichen Neuerungen und den Brüchen mit den alten Vorschriften, gilt das Jeunehomme-Konzert heute als einer der Vorläufer der romantischen Konzerte.