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New National Theatre Tokyo

Modest Mussorgski | Boris Godunow

Mariusz Treliński inszeniert die historische Oper über den Bojarenzaren als Studie des Wahnsinns

Als »eine Studie des Wahnsinns« bezeichnet Mariusz Treliński seine Inszenierung von Modest Mussorgskis Oper »Boris Godunow«. Natürlich gehe es auch um Politik. Aber er ziehe es vor, die Mechanismen der Politik zu zeigen, statt konkrete Bezüge zum Krieg in der Ukraine herzustellen. »Wir Polen wussten schon, wer Putin war, bevor er den unmenschlichen und grausamen Krieg begann«, betont er. Diese Oper sei größer als die Realität. Er könne mit ihr auf der Bühne etwas zeigen, das uns über unser Leben etwas mitteile. Tatsächlich vermengten sich schon für Mussorgski Stoff und Entstehungszeit, und er sah zahlreiche Analogien zwischen den Wirren im 16. Jahrhundert und denen des 19. Jahrhunderts.

Der Augenblick, in dem Boris sich entschloss, den Zarewitsch zu töten, um Zar zu werden, bestimme sein ganzes Leben und verändere ihn vollkommen, erläutert Treliński. Er könne diesen Augenblick nicht vergessen. Als entscheidend hebt Treliński die Beziehung Boris’ zu seinem Sohn hervor. Er zeigt diesen Sohn schwer behindert und krank. »Boris empfindet ihn als Verkörperung seiner Schuld«, erklärt er und verweist auf die Nähe zu Shakespeare, die diese Oper aus psychologischer Sicht zeige. In der Inszenierung aus Tokio verkörpert Guido Jentjens die Partie von Boris.

Besetzung

Musik und Text: Modest Mussorgsky nach Alexander Puschkin
Musikalische Leitung: Kazushi Ono
Inszenierung: Mariusz Treliński
Bühne: Boris Kudlička
Kostüme: Wojciech Dziedzic
Licht: Marc Heinz

Boris Godunow: Guido Jentjens
Fjodor: Eiko Koizumi
Xenia: Kanae Kushima
Xenias Amme: Mika Kaneko
Fürst Wassili Iwanowitsch Schuiski: Arnold Bezuyen
Andrei Schtschelkalow: Naoyuki Akitani
Pimen: Goderdzi Janelidze
Grigori Otrepjew, Prätendent, der falsche Dmitri: Kazuma Kudo
Warlaam: Teppei Kono
Missail: Hideyuki Aochi

New National Theatre Chorus
TOKYO FM Boys Choir
Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra

Fotocredit: Rikimaru Hotta

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