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Richard Strauss: »Alpensinfonie«, München 2016

Mariss Jansons dirigiert die »Alpensinfonie«

2016 brachte Mariss Jansons mit dem BR-Symphonieorchester Richard Strauss' »Alpensinfonie« zur Aufführung. Das Werk hat seinen Ursprung in einer Bergwanderung, die Strauss einst unternahm.
Es bietet aber nicht nur Naturschilderung, sondern vor allem tönende Philosophie. Dieses Werk kann man als »monumental« bezeichnen. Sogar im wortwörtlichen Sinne: »Eine Alpensinfonie« von Richard Strauss nimmt die Zuhörer mit auf eine Gipfeltour. Dafür fährt der Münchner Komponist, der selbst ein leidenschaftlicher Bergsteiger war, nahezu alles an Instrumenten auf, was zur Entstehungszeit der Symphonie um 1915 möglich war: Heckelphon, Tamtam, Hornfernorchester, Orgel, Wind- und Donnermaschine.
Rund 130 Musiker sorgen für die perfekte Alpenidylle: von der Nacht und dem Sonnenaufgang über Kuhglockenläuten auf der Alm, eine Gipfelvision mit anschließendem Unwetter bis zum gefahrenreichen Abstieg, der wieder in die Nacht mündet. »Ich hab einmal komponieren wollen, wie die Kuh die Milch gibt«, hat Strauss selbst über sein Werk gesagt.
Dies ist ein für ihn typisches Bonmot. Denn natürlich war er ein Schalk, freute sich an musikalischen Eulenspiegeleien, am Necken des Musik-Establishments und brachte sein Publikum gern zum Lachen. Doch hinter der pittoresken Postkartenromantik der Berge verbirgt sich ein Meisterwerk der Instrumentierung, das durchaus inhaltlich eine von Nietzsche beeinflusste philosophische Botschaft birgt.