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Die Wiener Staatsoper

Roter Samt und Bühnenstaub

Die Staatsoper gehört zu Wien wie der grantige Kellner zum Wiener Caféhaus.

4. Oktober 2020

11:25 – 12:10 Uhr

Die Wiener Staatsoper ist einzigartig: Kein anderes Opernhaus der Welt hat so viele Stücke im Repertoire, kaum eines leistet sich heute noch ein so großes Ensemble. Die Dokumentation »Roter Samt und Bühnenstaub - Die Wiener Staatsoper« schaut hinter die Kulissen der Institution Staatsoper und lässt alle die zu Wort kommen, die das kreative Kraftwerk tagtäglich mit Leben erfüllen – vor und hinter der Bühne.
Die Staatsoper gehört zu Wien wie der grantige Kellner zum Wiener Caféhaus. Seit mehr als 150 Jahren ist das Haus am Ring einer der wichtigsten Kulturbetriebe Österreichs und eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Besucher aus aller Welt und genießen den Zauber dieser ganz besonderen Location.
Um diesen Zauber entstehen zu lassen, arbeiten von früh bis spät fast 1000 Menschen engagiert vor und hinter den Kulissen im Schichtbetrieb. Sie sind der Atem, die Seele, der Pulsschlag des Hauses. Um Chaos zu vermeiden und insgesamt mehr als 50 Opern im Jahr auf die Bühne zu bringen, braucht es ein streng hierarchisches System. Zeitdruck und Lampenfieber sind Alltag - und doch strahlen die meisten Mitarbeiter, von der Sängerin bis zum Bühnenarbeiter, spielerische Gelassenheit aus. Darüber hinaus hat man das Gefühl, einem perfekt organisierten Team zu begegnen, das vor Kreativität sprüht und trotzdem mit Bürokratie und Beamtentum der altehrwürdigen Institution Staatsoper zurechtkommt. Das »erste Haus am Ring« ist ein schrulliges und überraschend unglamouröses Universum.
Die Dokumentation »Roter Samt und Bühnenstaub – Die Wiener Staatsoper« taucht in dieses Universum ein und rückt die Menschen ins Rampenlicht, die mit vereinten Kräften jeden Tag den Mechanismus Staatsoper am Laufen halten.
Mit dabei sind unter anderen der musikalische Studienleiter Thomas Lausmann, der frühmorgens das ausgeklügelte Probenplansystem erstellt, mit dem der Arbeitstag in der Oper steht oder fällt, Maestro Suggeritore Mario Perktold, der es sich an seinem winzigen Arbeitsplatz unter der Bühne gern gemütlich macht, Maskenbildnerin Beate Krainer, die nach 25 Dienstjahren immer noch Freude daran hat, Plácido Domingos Kopf zu vermessen, Martin Popp und sein Kollege Hans-Peter Fuchs aus der Herren-Repertoireschneiderei, die wie ein altes Ehepaar sprichwörtlich aus dem Nähkästchen plaudern, und Ensemblemitglied und Sopranistin Daniela Fally, die weiß, dass sich hinter dem Ego einer Sängerin manchmal eine kleine Unsicherheit verbirgt. Außerdem das Dreiergespann vom Schnürboden, genannt Flocke, Schabi und Stefferl, bei denen eigentlich rund um die Uhr der Schmäh rennt, Regieassistent Wolfgang Schilly, dessen größte Liebe die Oper ist, und - last but not least - Feuerwehrmann Franz, der mit stoischer Würde seit nunmehr 35 Jahren seine nächtlichen Kontrollrunden dreht.