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Mit Sylvia Camarda

Move! Tanz der Finsternis

16. August 2020

23:20 – 23:50 Uhr

In dieser Folge von »Move!« begibt sich die Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda auf eine gespenstische Reise durch die japanische Kultur, um die Bewegungswelten zwischen Ritual und Anarchie, Traum und Trauma zu erforschen. Der Tänzer Nobuyoshi Asai führt Sylvia in den »Tanz der Finsternis«, den Butoh, ein. Der entfremdete Körper ist weiß geschminkt, fast nackt, verrenkt sich, oft in Zeitlupe, und führt in eine andere Welt: grotesk und schreckenerregend zugleich. Im Hijikata-Tatsumi-Archiv wird Sylvia in die wilde Entstehungsgeschichte des Tanzes eingeweiht und lernt, wie er im Japan der 60er Jahre entstand, als Rebellion gegen eine Gesellschaft der erstarrten Traditionen und als Reaktion auf das Trauma der Atombombe.
Körperlich und geistig bereitet Nobuyoshi sie auf eine Performance vor, die ihre eigene Finsternis zum Ausdruck bringen soll. Es gilt, sich zuerst seelisch zu leeren, um den Körper für etwas anderes empfänglich zu machen. Sylvia folgt der Spur des Einflusses der japanischen Traditionen bis in den zeitgenössischen Tanz und trifft in Paris den belgisch-französischen Star-Choreographen Damien Jalet. Am Pariser Théâtre National de Chaillot begleitet sie Jalets Vorbereitungen zum Stück »Vessel«. Auch hier ist der Körper ein Gefäß, ein Vehikel für etwas Anderes, Höheres. Jalets visuelles Universum hat eine magische Anziehungskraft, und viele seiner Stücke sind von der japanischen Mythologie inspiriert. Letztlich geht es ihm um Transzendenz: Er zeigt den Körper als Portal zu einer anderen Welt.

Arte Concert: Online vom 15. August 2020 bis 14. November 2020