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Spielfim von Rachid Hami

La Mélodie - Der Klang von Paris

14. Oktober 2020

0:20 – 1:50 Uhr

Eine unmögliche Aufgabe, die ihm da sein Freund Farid auflastet. Der Violinist Simon (Kad Merad) soll nach dem Wunsch des Klassenlehrers den 13- und 14-Jährigen das Geigenspielen beibringen. In der Schule eines Pariser Vororts wurde ein Musik-Förderprogramm gestartet, um den Jugendlichen aus sozialen Randgruppen eine Perspektive aufzuzeigen. Für Farid käme dafür der zurzeit arbeitslose 50-jährige Simon in Frage. Aber der kontaktscheue Profimusiker wirkt angesichts der rüpelhaften, undisziplinierten Schüler überfordert. Nur Arnold zeigt größeres Interesse, das Violinspielen zu lernen. Es gelingt jedoch Simon, die Klasse für das Musikinstrument und die von ihm erzeugten Töne einzunehmen. Die Jugendlichen begreifen, wie Gefühl und Liebe durch Musik ausgedrückt werden können. Angesichts seines Talents bekommt Arnold von Simon Extra-Unterricht. Mit seinem Enthusiasmus steckt der Jugendliche die Mitschüler an. Sogar auf dem Hochhausdach in ihrem Sozialwohnungsviertel wird nun geprobt. Großes Ziel ist ein Auftritt als Orchester in der Pariser Philharmonie. Aber immer mehr Väter wollen, dass ihre Kinder mit dem Geigenspiel aufhören. Simon und seine Schüler lassen sich jedoch nicht entmutigen.

Ohne in Gefühlsduselei zu verfallen, zeigt Regisseur Rachid Hami in seinem Drama »La Mélodie – Der Klang von Paris«, wie die Kunst soziale Gegensätze überwinden sowie zu Toleranz und Solidarität führen kann. Der nüchterne Inszenierungsstil betont die Kraft der Musik (hier Rimskij-Korsakows »Scheherazade«) und nutzt das natürliche Spiel der jugendlichen Laiendarsteller. Überraschend zurückhaltend die Interpretation von Frankreichs Komiker-Star Kad Merad (»Willkommen bei den Sch‘tis«) als Musiklehrer Simon.